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16.04.2017: Was hat Gesundheit mit Führung zu tun?

Diese Frage stellte mir mein Mann, nachdem ich ihm das Konzept für den neuesten Blog-Beitrag vorgestellt habe… Mehr, als auf den ersten Blick erkennbar ist! In 2013 wurde das Arbeitsschutzgesetz um die psychischen Belastungen ergänzt und Betriebliches Gesundheitsmanagement ist mittlerweile in vielen Unternehmen etabliert. Doch, wie beeinflussen sich Führung und Gesundheit?

Führung geht über diese gesetzlichen Anforderungen hinaus. Denn Führung bedeutet Bewusst-SEIN für die Belange und Bedürfnisse der Mitarbeiter – und auch für die eigenen Bedürfnisse als Führungskraft. Führen heißt Fürsorge – für sich selbst und für die Mitarbeiter. Denn nur durch Fürsorge und durch Aufmerksamkeit lassen sich Leistungsfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Motivation dauerhaft erhalten, und nur so lässt sich der Unternehmenserfolg sichern.

Haben Sie sich als Führungskraft schon einmal Gedanken gemacht, welche Aufgaben und Herausforderungen eine alleinerziehende Mutter bewältigen muss, um ihren Vollzeitjob neben der alleinigen Kinderbetreuung zu meistern? Sie findet im Beruf Selbstverwirklichung, ist motiviert und engagiert und erfüllt ihre Ziele. Gleichzeitig managt sie alleine das kleine Familienunternehmen inkl. Haushalt und Taxi-Service, um den Kindern die bestmöglichen Voraussetzungen für deren eigenes Leben zu bieten. Oder ist es der ambitionierte und engagierte Mitarbeiter, Ihr Leistungsträger, der immer versucht, alle anstehenden Aufgaben termingerecht und zuverlässig zu erfüllen, der Potenzial als Führungsperson hat, und auf den Sie fachlich auf keinen Fall verzichten möchten? Er ist jederzeit offen für neue Aufgaben und Projekte und bemüht sich, diese zu Ihrer Zufriedenheit zu erfüllen. Sie nehmen zwar ab und an wahr, dass er schon etwas zu viel auf dem Tisch liegen hat, aber er ist nun mal der Beste… Haben Sie sich schon mal gefragt, wie es um seine Motivation steht? Wie hoch ist seine Bindung an das Unternehmen? Wie geht es ihm gesundheitlich? Wie steht es um seine Bereitschaft, weiterhin so viel Mehrarbeit zu leisten, jetzt nachdem der Nachwuchs da ist?

Oder wie geht es Ihnen als Führungskraft? Spüren Sie nicht manchmal die Last der Verantwortung schwer auf Ihren Schultern? Der Rücken schmerzt nach einem langen Arbeitstag, es fällt Ihnen schwer, sich zum Sport aufzuraffen? Die Arbeitswelt verändert sich immer schneller: der Wettbewerbsdruck steigt, die Produktentwicklungszyklen werden immer kürzer, die Märkte und Zielgruppen vielfältiger, und auch die Belegschaft hat neue Ideen und Erwartungen bezüglich der Gestaltung der Arbeitswelt, in der sie leben und arbeiten wollen. Termindruck und fehlendes qualifiziertes Personal fordern insbesondere in kleineren Unternehmen das höchste Engagement der Führungskräfte: Meist sind Sie als Führungskraft dann diejenigen, die die „Löcher stopfen“, die keinen Feierabend und kein Wochenende kennen. Wie schnell ist es dann passiert… ein Verkehrsunfall auf einer Dienstreise! Bleibt nur zu hoffen, dass alle Beteiligten glimpflich davonkommen. Was sich wie erfundene Extrembeispiele anhört, sind Geschichten und Ereignisse, von denen ich in den vergangenen Monaten erfahren durfte. Es sind nur wenige Geschichten aus dem wahren Leben. Es sind Geschichten, die wachrütteln sollen und bewusst machen sollen, was Führung mit Bewusstsein für die Gesundheit zu tun hat.

Werden Sie sich als Führungskraft Ihrer Mitarbeiter bewusst: Denn nur gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähig und motiviert. Nur gesunde Mitarbeiter bleiben Ihnen mit Ihren Kompetenzen und Fähigkeiten langfristig erhalten. Nur Mitarbeiter, die sich von Ihrer Führungskraft unterstützt, geschützt und gefördert fühlen, leisten langfristig einen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens.

Aber auch für Sie als Führungskraft gilt: Werden Sie sich Ihrer Selbst bewusst. Und auch für Sie gilt: Handeln Sie! Erhalten Sie Ihre Leistungsfähigkeit und Motivation im Interesse Ihres Unternehmens und Ihrer Mitarbeiter. Gehen Sie in Führung! Seien Sie Vorbild für sich und Ihre Mitarbeiter!