achtsamMANAGEMENT
achtsamMANAGEMENT Silke Krischke Freiburg
zurück vorheriger nächster

28.06.2017: Charismatische Führung und was sie ausmacht

achtsamMANAGEMENT | Silke Krischke Freiburg Es ist schon eine Weile her, als ich die Geschichte einer Dinner Party entdeckte, an der Jennie Jerome, die Mutter von Winston Churchill, vor über einem Jahrhundert teilgenommen hatte. Sicherlich fragen Sie sich jetzt, was diese Dinner Party und diese Frau mit charismatischer Führung, dem Thema meines heutigen Blogs, zu tun hat.

Nun ja, diese Geschichte zeigt ein herausragendes Beispiel für exzellente Führung, das heute noch gleichermaßen Gültigkeit hat, wie bereits im Viktorianischen Zeitalter. Lesen Sie selbst:

Benjamin Disraeli und William Gladstone standen als Kandidaten für das Amt des Premierministers im Vereinigten Königreich im Wettbewerb. Für die Menschen jener Zeit war es wenig überraschend, dass Benjamin Disraeli die Wahl gewann. Doch auch William Gladstone war eine kluge und geistreiche Persönlichkeit, rhetorisch gewandt und hochgebildet. Mit seiner politischen Erfahrung und Scharfsinnigkeit hätte er die Wahl gewinnen müssen. Eine Woche vor der Wahl speiste Jennie Jerome mit beiden, Disraeli und Gladstone.

In einem Interview erzählte sie, was den Unterschied ausmachte, der zu Disraelis Wahlerfolg führte: „Nachdem ich das Zimmer nach dem Dinner mit Gladstone verlassen hatte, dachte ich, er sei der klügste Mann Englands. Aber als ich neben Disraeli saß, ließ er mich fühlen, ich sei die klügste Frau.“

Disraeli verbrachte den ganzen Abend damit, Fragen zu stellen und aufmerksam zuzuhören. Er wollte alles über sie wissen und versuchte immer wieder, das Gespräch auf sie zu lenken. Sie redete – und wir fühlen uns immer wohl, wenn wir über uns selbst sprechen. Es überrascht also nicht, dass Disraeli die Wahl gewann – der Mensch, der es schaffte, dass sich andere Menschen großartig, respektiert, wertgeschätzt und wichtig fühlen.

Das ist das Geheimnis charismatischer Führung: Präsenz und ungeteilte Aufmerksamkeit für Ihre Mitarbeiter anstelle von Selbstdarstellung der eigenen Erfolge und Fähigkeiten.

Disraeli war keineswegs so gut für die Aufgabe als Premierminister geeignet wie Gladstone – im Gegenteil. Doch selbst Queen Victoria unterstützte ihn trotz gegenteiliger Ratschläge ihrer engsten Berater.

Charismatische Führung kann man lernen – versuchen Sie es:

1. Hören Sie aufrichtig zu
Legen Sie Ihr Smartphone oder die Unterschriftenmappe zur Seite, wenden Sie sich Ihrem Gesprächspartner zu und konzentrieren Sie sich auf das, was er/sie sagt.
2. Bleiben Sie gelassen
Auch wenn das in manchen Situationen alles andere als einfach ist, Ihre Gelassenheit wirkt auf Ihren Gegenüber. Wenn Sie ruhig und gelassen sind, sind es Ihre Gesprächspartner auch. Ihre Gelassenheit bildet die Grundlage für das Vertrauen und Engagement Ihrer Mitarbeiter.
3. Halten Sie Blickkontakt
Forschungsergebnisse bestätigen, dass der Blickkontakt beim Zuhören die Gesprächspartner verbindet. Durch den Blickkontakt wirken Sie sicher, glaubwürdig und kompetent.
4. Lassen Sie die anderen spüren, dass es um sie geht
Wenn Ihre Gesprächspartner spüren, es geht um sie selbst, werden sie bereit sein, an den gemeinsamen Zielen zu arbeiten. Übernehmen Sie die Verantwortung für Fehler, teilen Sie Erfolge mit Ihrem Team, und machen Sie aus „meinen“ Zielen „unsere“ Ziele.

Und dann: Ihre Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt und respektiert. Sie engagieren sich für die gemeinsamen Ziele und den gemeinsamen Erfolg. Geben Sie Ihnen Ihre Aufmerksamkeit!

Inspiriert von Business Insider