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18.02.2018: Qualitätsmanagement weiter denken (Teil 1)

achtsamMANAGEMENT | Silke Krischke Freiburg Wie fange ich diesen Blog am besten an? Ich sitze nun bereits seit geraumer Zeit über diesem virtuellen weißen Blatt Papier und überlege mir, wie ich es schaffe, Sie, meine Leser, zu motivieren, heute mal etwas über Qualitätsmanagement zu lesen. Wie schaffe ich es, Ihnen meine Begeisterung für ein Qualitätsmanagement nahe zu bringen, das wenig damit gemein hat, mit Checklisten und Anweisungen Ordner zu füllen, Audits durchzuführen, um Abweichungen und Fehler zu finden und den Kollegen aufzuzeigen, wo sie wieder einmal etwas falsch gemacht haben? Aber bitte nicht falsch verstehen: Ich halte Checklisten, Anweisungen und Audits für sehr wichtig und sinnvoll, wenn Sie genau dort und in einer Art und Weise eingesetzt werden, dass sie die Organisation weiterbringen, erfolgreich, ganzheitlich und nachhaltig zu agieren, ihre Kunden zu begeistern und ihre Mitarbeiter im eigenverantwortlichem und motivierten Handeln zu unterstützen und zu befähigen.
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Ein neues Verständnis von Qualitätsmanagement

Es ist ein anderes, für manchen vielleicht noch neues Verständnis eines Qualitätsmanagements, das die gesamte Organisation in den Fokus nimmt. Es ist ein Qualitätsmanagement, das neben den Produkten und Leistungen den Fokus auf den Menschen legt und sich darüber hinaus mit den Veränderungen der Arbeitswelt und deren Auswirkungen auf das Qualitätsmanagement auseinandersetzt. Diese und weitere Themen bewegen die Qualitätswelt, und ich freue mich, dass ich im DGQ-Fachkreis „Qualitätsmanagement als Organisationsentwicklung“ an diesen Diskussionen Anteil nehmen und mitgestalten kann. Sie profitieren davon, da aktuelle Erkenntnisse in meine Beratungsarbeit einfließen.

Wir gehen in der Arbeit des Fachkreises „QM als OE“ davon aus, dass das Qualitätsmanagement als Managementinstrument eingesetzt wird, um die gesamte Organisation zu gestalten – ganzheitlich, systematisch und nachhaltig mit einem klaren Fokus auf einer Steigerung der Ergebnisfähigkeit. Der Qualitätsmanager erkennt alle relevanten Einflüsse und Wechselwirkungen. Er setzt geeignete Methoden des QM oder aus dem klassischen Feld der Organisationsentwicklung ein, um Kultur und Struktur der Organisation zu entwickeln (aus: Vision, Grundverständnis und Mission des DGQ-Fachkreises „Qualitätsmanagement als Organisationsentwicklung“).

Der Qualitätsmanager als Veränderungsmanager und Organisationsentwickler

Für viele mag diese Rolle des Qualitätsmanagers eine neue Rolle, ein neues Verständnis enthalten. Der Qualitätsmanager übernimmt Aufgaben im Veränderungsmanagement. Er nutzt sein Wissen aus der Kenntnis von Prozessen und Abläufen, seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus Audits und Verbesserungen, um damit die Organisation weiter zu entwickeln und zu gestalten. Die Sicht- und Handlungsweisen haben mittel- bis langfristigen Charakter und berücksichtigen Impulse und Entwicklungen von außen durch die Veränderungen der Arbeitswelt, die Digitalisierung, die Bedürfnisse der Menschen und Generationen genauso wie Veränderungen im Innen an Prozessen, Abläufen, Produkten, Leistungen, Schnittstellen, Kommunikation und Mitarbeitern. In dieser Funktion entlastet der QM die oberste Führungsebene und wirkt als Verbindungsstelle, als Neudenker, Weiterdenker, Über-die-Grenzen-hinaus-Denker zwischen allen betroffenen Bereichen.

Rollenvielfalt im QM – der Mensch zählt

Aber nicht jeder Mitarbeiter, der heute im Qualitätsmanagement arbeitet, möchte organisationsentwicklerisch wirken. Auch in Zukunft braucht es weiterhin motivierte und qualifizierte Menschen im QM, die es sich zur Aufgabe machen, an der Verbesserung der Qualität von Produkten und Leistungen mitzuarbeiten, die die Managementsysteme gestalten und verwalten, die die Qualitätskennzahlen steuern und überwachen. Und es gibt die anderen Qualitätsmanager – diejenigen, die Veränderungen vorantreiben wollen, die Chancen in der zukunftsfähigen Entwicklung der Organisation sehen und umsetzen wollen, die über personale, sozial-kommunikative, umsetzungsbezogene Fach- und Methodenkompetenzen verfügen, um sich als Dienstleister und interne Berater auf Augenhöhe mit der Führungsebene zu positionieren und mit den Menschen im Mittelpunkt die Ergebnisfähigkeit der eigenen Organisation zu steigern.

Liebe Führungskräfte, erkennen Sie die Potenziale Ihrer Mitarbeiter und nutzen Sie diese entsprechend deren Fähigkeiten und Neigungen für die Weiterentwicklung des Unternehmens und erfahren Sie in meinem nächsten Blog-Beitrag, warum Sie nicht zögern sollten, Ihr Qualitätsmanagement ganzheitlich weiter zu entwickeln.