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25.03.2018: Qualitätsmanagement weiter denken (Teil 2)

achtsamMANAGEMENT | Silke Krischke Freiburg Ja, und hier kommt er nun – der Versuch einer Antwort: „Warum sollten Sie als Führungskräfte nicht zögern, Ihr Qualitätsmanagement ganzheitlich weiter zu entwickeln?“

Die Antwort auf diese Frage ist so vielfältig wie unmöglich allumfassend zu finden. Eine Antwort ist für jede Organisation, für jede Führungskraft und für jeden Qualitätsmanager neu zu definieren:
… um nur einige Aspekte zu benennen.

Beim Blick in die Medien fallen mir immer wieder die gleichen Schlagworte ins Auge:
1. Organisationen müssen sich auf eine VUCA-Welt einstellen; gemeint ist eine Arbeitswelt, die unbeständig (Volatility), unsicher (Uncertainty), komplex (Complexity) und mehrdeutig (Ambiguity) ist
2. Die Digitalisierung kommt nur schleppend voran
3. Der Fachkräftemangel und Generationenwandel erfordert Handeln

Und warum sollte ein ganzheitliches Qualitätsmanagement hier die Lösung bringen?

1. Eine unbeständige, unsichere, komplexe und mehrdeutige Arbeitswelt erfordert die Fähigkeit von Organisationen, sich immer schneller, immer agiler verändern und anpassen zu können – und dabei Stabilität zu erhalten. Unternehmen müssen Strukturen schaffen und Kompetenzen aufbauen, um Veränderungen schnell, umfassend, flexibel und vernetzt zu verwirklichen. Der Ansatz der fortwährenden Verbesserung ist seit vielen Jahren eines der Grundprinzipien im Qualitätsmanagement. Es gibt eine Vielzahl an erprobten Methoden und Qualitätsmanager, die bei Audits, KVP-Projekten oder Prozessentwicklungen schon heute bereichsübergreifend und schnittstellenoptimierend agieren. In Veränderungsprojekten verfügen sie über Erfahrungen, die heute als Anforderungen an agile Organisationen gestellt werden:
2. Und nun zum Thema der Digitalisierung. Schon lange ist die Digitalisierung in produzierenden Bereichen nicht mehr wegzudenken. Die Automatisierung von Maschinen und Anlagen ist in den vergangenen Jahren immer weiter fortgeschritten. Die Inline-Prozessdatenerfassung und -auswertung in CAQ-Systemen oder die Vernetzung mit anderen Systemen sind in der Qualitätswelt nicht mehr wegzudenken. Automatisierte 100%-Inline-Prüfungen gehören ebenso zum Arbeitsalltag eines Qualitätsmanagers wie der digitale Austausch von 8D- oder Erstmusterprüfberichten. Aber die Potenziale der digitalen Vernetzung gehen über die produzierenden Bereiche hinaus und betreffen bereits heute alle Unternehmensbereiche, Kunden und Lieferanten. Datenschutz und Datensicherheit sind Bestandteile umfassender Auditvorgehensweisen, genauso wie Aspekte des Arbeitsschutzes oder die Einhaltung von Compliance-Richtlinien.

3. Bleibt noch der Fachkräftemangel zusammen mit dem Wandel der Generationen. Wie kann hier ein ganzheitliches Qualitätsmanagement weiterhelfen?
Mitarbeiter, die motiviert sind, die Sinn und Nutzen in der eigenen Arbeit erkennen, die die Möglichkeit haben, sich in Veränderungsprojekten einzubringen und sie mitzugestalten, die sich entwickeln können und gefördert werden, sind Mitarbeiter, die Unternehmen langfristig erhalten bleiben.

Ein ganzheitliches Qualitätsmanagement bietet die Grundlage für eine erfolgreiche Organisationsentwicklung. Eine offene Haltung des Qualitätsmanagers und eine Fähigkeit und Bereitschaft, immer wieder die besten Kräfte im Unternehmen zusammen zu bringen, Synergien zu nutzen, die Kreativität zu fördern, Impulse zu geben und den Blick für neue Wege und Ideen zu öffnen sind wesentliche Eigenschaften eines solchen „Wanderers zwischen den (Abteilungs-, Bereichs-, Team-)Welten“. Sehen Sie Potenziale in Ihrem Qualitätsmanager, in Ihrem Lean- oder KVP-Manager? Oder vielleicht gibt es einen Projektmanager, einen Konfliktmoderator oder einen Auditverantwortlichen, den Sie für diese Aufgabe einsetzen wollen? Entwickeln Sie diese Potenziale und Ihr Qualitätsmanagement weiter!